Kurze Antwort: Shopify ist besser, wenn du so schnell und einfach wie möglich verkaufen willst und Hosting, Sicherheit und Kasse komplett übernommen werden sollen. WooCommerce (das kostenlose Shop-Plugin für WordPress) ist besser, wenn du volle Kontrolle, geringere Plattformgebühren, starkes Content-Marketing und unbegrenzte Anpassbarkeit willst. Shopify ist einfacher, WooCommerce flexibler und bei größerem Umsatz meist günstiger.
Das ist die häufigste Frage beim Start eines Onlineshops – und sie beantwortet auch „WordPress oder Shopify“, denn WooCommerce ist der Weg, über den WordPress-Websites verkaufen. Wir vergleichen, was deinen Gewinn und deinen Aufwand verändert.
WooCommerce und Shopify im Überblick
| Merkmal | WooCommerce | Shopify |
|---|---|---|
| Art | Kostenloses Plugin für selbst gehostetes WordPress | Gehostete Komplettplattform |
| Monatliche Plattformkosten | 0 USD (du zahlst Hosting, etwa 10–100 USD/Monat) | Basic etwa 29–39 USD/Monat; höhere Tarife kosten mehr |
| Transaktionsgebühren | Keine von WooCommerce (nur die des Zahlungsanbieters) | Zusatzgebühr ohne Shopify Payments |
| Einrichtung | Mittel | Sehr einfach |
| Anpassbarkeit | Unbegrenzt (Open Source) | Hoch, innerhalb der Shopify-Regeln |
| Inhalte und Blog | Hervorragend (es ist WordPress) | Einfach |
| Wartung | Du oder dein Hoster | Übernimmt Shopify |
| Eigentum | Vollständig; Hoster jederzeit wechselbar | Shop läuft auf Shopify |
Die echten Kosten
Shopify verlangt ein monatliches Abo: Basic kostet etwa 29 USD im Monat bei jährlicher Zahlung (rund 39 USD bei monatlicher), höhere Tarife richten sich an wachsende Unternehmen – siehe Shopify-Preise. Hinzu kommen Kartengebühren, und wenn du statt Shopify Payments einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, berechnet Shopify zusätzlich eine eigene Gebühr. Viele Shops zahlen außerdem für Apps, oft 50–300 USD und mehr im Monat.
WooCommerce ist kostenlos auf WordPress.org. Du zahlst Hosting, Domain und eventuelle Premium-Erweiterungen (Abos, Buchungen, erweiterter Versand). Zahlungsanbieter wie Stripe oder PayPal verlangen ihre üblichen Gebühren, WooCommerce selbst nichts.
| Beispiel: kleiner Shop | WooCommerce | Shopify Basic |
|---|---|---|
| Plattform / Hosting | 25 USD/Monat Managed Hosting | 29–39 USD/Monat |
| Theme | Kostenlos–80 USD/Jahr | Kostenlos–400 USD einmalig |
| Erweiterungen / Apps | 0–300 USD/Jahr | 20–150 USD/Monat |
| Zusätzliche Transaktionsgebühr | Keine | Nur ohne Shopify Payments |
Richtwerte in US-Dollar ohne Steuern. Ein vollständiges Budget findest du unter Was kostet eine WordPress-Website?.
Bedienung
Hier gewinnt Shopify: registrieren, Theme wählen, Produkte anlegen und an einem Nachmittag die ersten Zahlungen annehmen. WooCommerce braucht Hosting, WordPress und etwas Einrichtung. Ist alles eingerichtet, sind Produkt- und Bestellverwaltung bei beiden einfach.
Design und Flexibilität
Shopify bietet gepflegte Themes und einen großen App-Store, du arbeitest aber innerhalb seiner Plattform. Die Kasse lässt sich in den kleineren Tarifen nur begrenzt anpassen. WooCommerce ist Open Source: Du kannst jeden Teil des Shops ändern, eigene Produkttypen und komplexe Preisregeln anlegen und fast alles anbinden – etwa Warenwirtschaft, ERP oder Buchhaltung. Deshalb setzen viele individuelle und B2B-Shops darauf.
Rechtssicherheit in Deutschland
Deutsche Onlineshops müssen viele Pflichten erfüllen: Grundpreisangaben, Lieferzeiten, eine korrekte Beschriftung des Bestell-Buttons („zahlungspflichtig bestellen“), Widerrufsbelehrung, AGB, Datenschutzerklärung und seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in vielen Fällen auch Barrierefreiheit. Für WooCommerce gibt es dafür spezialisierte Erweiterungen wie Germanized oder German Market; für Shopify gibt es Apps und Rechtstext-Dienste. Beide Plattformen lassen sich rechtssicher betreiben, aber bei WooCommerce hast du mehr direkten Einfluss auf jedes Detail im Bestellprozess.
Zahlung, Steuern und Versand
Zahlung: Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar und schnell aktiviert. WooCommerce bindet Stripe, PayPal, Klarna, SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung über Erweiterungen an.
Steuern: Beide berechnen die Umsatzsteuer. Wenn du an Privatkunden in andere EU-Länder verkaufst, achte auf die Regeln des One-Stop-Shops (OSS) und die Steuersätze der Zielländer.
Versand: WooCommerce bietet Pauschalversand, kostenlosen Versand und Abholung, mit Erweiterungen für DHL, DPD oder Hermes und den Etikettendruck. Shopify bietet ebenfalls Versand-Apps für deutsche Paketdienste.
SEO und Content-Marketing
Beide decken die Grundlagen ab: bearbeitbare Titel und Beschreibungen, Sitemaps und schnelle mobile Themes. WooCommerce hat bei inhaltsstarken Shops die Nase vorn, weil WordPress die stärkste Blogging-Plattform ist. Shopify nutzt feste URL-Strukturen wie /products/ und /collections/, die du nicht ändern kannst.
Sicherheit und Wartung
Shopify ist vollständig verwaltet und von Haus aus PCI-konform. Bei WooCommerce bist du für Updates, Backups und Sicherheit verantwortlich, auch wenn gutes Managed Hosting das meiste übernimmt. Kartendaten verarbeitet der Zahlungsanbieter, sie landen normalerweise nicht auf deinem Server. Siehe unseren Ratgeber WordPress-Sicherheit.
Was solltest du wählen?
| Wähle Shopify, wenn … | Wähle WooCommerce, wenn … |
|---|---|
| du keinerlei Technik-Aufwand willst | du schon eine WordPress-Website hast |
| du schnell mit einem einfachen Sortiment startest | Inhalte deinen Verkauf antreiben |
| du planbare Monatsgebühren bevorzugst | du Plattformgebühren vermeiden willst |
| du dich nicht um Updates kümmern willst | du individuelle Funktionen oder volle Kontrolle brauchst |
Kosten über drei Jahre: ein Shop mit 200 Produkten
Ein grobes Budget für einen Shop mit rund 200 Produkten und etwa 10.000 USD Umsatz im Monat (Zahlungsgebühren ausgenommen, da bei beiden ähnlich):
| Kosten (3 Jahre) | WooCommerce | Shopify (mittlerer Tarif) |
|---|---|---|
| Hosting / Plattform | 1.100–2.500 USD | Etwa 2.800 USD und mehr |
| Theme | 0–250 USD | 0–400 USD |
| Erweiterungen oder Apps | 600–1.500 USD | 1.800–5.000 USD und mehr |
| Wartung | Deine Zeit oder 1.800 USD und mehr | Inklusive |
Am Ende liegen die Summen oft nah beieinander. WooCommerce ist günstiger, wenn du die Wartung selbst übernimmst; Shopify spart Zeit. Entscheide, wovon du mehr hast: Geld oder Zeit.
Häufige Fehler bei der Wahl
- Apps unterschätzen: Viele Shopify-Shops zahlen für Apps mehr als für den Tarif.
- Wartung unterschätzen: WooCommerce-Shops brauchen Updates und Backups, besonders nach Server-Problemen wie den PHP2Shell-Lücken im Oktober 2026.
- Billiges Hosting für WooCommerce: Auf schwachen Servern leidet die Kasse. Siehe bestes WordPress-Hosting.
- Inhalte vergessen: Produktseiten brauchen eigene Beschreibungen, um zu ranken.
- Rechtliche Pflichten vergessen: Ein Shop ohne korrekte Rechtstexte riskiert Abmahnungen.
Unser Fazit
Wenn du nur Produkte verkaufst und dich ganz aufs Marketing konzentrieren willst, ist Shopify eine sichere, einfache Wahl. Wenn Inhalte, SEO und Flexibilität Teil deines Wachstumsplans sind – oder du bereits WordPress nutzt –, gibt dir WooCommerce mehr Kontrolle und langfristig meist geringere Gebühren.
Wer typischerweise wechselt – und warum
Shopbetreiber, die von Shopify zu WooCommerce wechseln, wollen meist niedrigere monatliche App-Kosten, mehr Kontrolle über die Kasse oder einen stärkeren Blog. Wer von WooCommerce zu Shopify geht, möchte sich in der Regel nicht mehr um Updates, Hosting und Sicherheit kümmern. Beides ist kein Scheitern, sondern spiegelt wider, wie sich das Geschäft verändert hat. Prüfe vor einem Umzug, welche Rechtstexte, Zahlungsarten und Versandregeln du neu einrichten musst, und plane saubere 301-Weiterleitungen für alle Produkt- und Kategorie-URLs, damit deine Rankings erhalten bleiben. Wenn du noch keinen Shop hast, starte mit unserer WordPress Anleitung für Anfänger.
Häufige Fragen
Ist WooCommerce wirklich kostenlos?
Ja, das Kern-Plugin ist kostenlos. Hosting und manche Erweiterungen kosten Geld.
Was eignet sich besser für Dropshipping?
Shopify ist für Einsteiger einfacher; WooCommerce funktioniert gut mit Dropshipping-Plugins, wenn du mehr Kontrolle willst.
Kann ich später die Plattform wechseln?
Ja, in beide Richtungen – aber Produkte, Kunden und Weiterleitungen umzuziehen ist Arbeit. Wähle für die nächsten zwei bis drei Jahre.
WordPressPrime.com ist ein unabhängiger Ratgeber und steht in keiner Verbindung zur WordPress Foundation, zu WordPress.org oder zu Automattic. Erstelle vor jeder Änderung ein Backup deiner Website und prüfe die offiziellen Quellen auf aktuelle Angaben.
