Kurze Antwort: So nutzt du WordPress: (1) Domain und Hosting besorgen, (2) WordPress installieren, (3) unter deineseite.de/wp-admin anmelden, (4) ein Theme für das Design wählen, (5) Seiten für dauerhafte Inhalte (Startseite, Über uns, Kontakt, Impressum) und Beiträge für Blogartikel anlegen, (6) ein paar wichtige Plugins für SEO, Sicherheit und Backups installieren und (7) WordPress, Theme und Plugins aktuell halten. Programmieren musst du nicht – alles läuft über das Dashboard.
Was ist WordPress?
WordPress ist eine kostenlose Open-Source-Software zum Erstellen von Websites. Laut W3Techs (Oktober 2026) läuft rund 40 % aller Websites damit und etwa 58 % aller Websites, die ein Content-Management-System nutzen. Diese Verbreitung bedeutet: Tausende Themes und Plugins, sehr viel Hilfe im Netz (auch auf Deutsch) und viele Agenturen und Freelancer, die dir helfen können.
Zwei Varianten werden oft verwechselt: WordPress.org (die kostenlose Software, die du auf deinem eigenen Hosting installierst) und WordPress.com (ein gehosteter Dienst eines Unternehmens). Diese Anleitung behandelt die selbst gehostete Variante WordPress.org, die die meisten Unternehmen und Blogger nutzen.
Was du vor dem Start brauchst
| Baustein | Was es ist | Typische Kosten |
|---|---|---|
| Domain | Deine Adresse, z. B. meinebaeckerei.de | Etwa 10–20 USD pro Jahr |
| Hosting | Der Server, auf dem deine Website liegt | Ab wenigen Dollar im Monat (Shared) bis 20–35 USD und mehr (Managed) |
| WordPress | Die Software | Kostenlos |
| Theme | Das Design | Kostenlos oder kostenpflichtig |
| Plugins | Zusatzfunktionen | Viele sind kostenlos |
Richtwerte in US-Dollar; in Deutschland und Österreich kommt die Mehrwertsteuer hinzu, viele Anbieter rechnen direkt in Euro ab.
Die Wahl des Hostings ist die wichtigste Entscheidung. Für Websites mit Besuchern aus Deutschland lohnt sich ein Anbieter mit Rechenzentrum in der EU – das ist schneller und erleichtert den Datenschutz. Unser Ratgeber zum besten WordPress-Hosting erklärt die Unterschiede.
Schritt 1: WordPress installieren
Die meisten Hoster bieten eine Ein-Klick-Installation im Kundenbereich an, sodass WordPress in wenigen Minuten läuft. Alternativ installierst du es manuell, indem du die Dateien hochlädst und eine Datenbank anlegst. Folge unserer Anleitung WordPress installieren.
Schritt 2: Im Dashboard anmelden
Rufe deineseite.de/wp-admin (oder /wp-login.php) auf und gib den Benutzernamen und das Passwort ein, die du bei der Installation festgelegt hast. Jetzt öffnet sich das Dashboard, die Schaltzentrale deiner Website.
Schritt 3: Das Dashboard-Menü kennenlernen
| Menüpunkt | Was du dort machst |
|---|---|
| Beiträge | Blogartikel schreiben und verwalten |
| Medien | Bilder, PDFs und Videos hochladen |
| Seiten | Feste Seiten wie Über uns, Kontakt und Impressum anlegen |
| Kommentare | Kommentare freigeben oder löschen |
| Design | Themes, Menüs und Gestaltung |
| Plugins | Zusatzfunktionen hinzufügen und verwalten |
| Benutzer | Personen hinzufügen und Rollen vergeben |
| Einstellungen | Titel, Zeitzone, Permalinks, Leseeinstellungen |
Schritt 4: Die Grundeinstellungen
- Einstellungen → Allgemein: Titel und Untertitel eintragen, Sprache der Website (Deutsch, auf Wunsch „Deutsch (Sie)“) und Zeitzone wählen.
- Einstellungen → Permalinks: „Beitragsname“ wählen, damit Adressen wie
deineseite.de/mein-beitrag/entstehen. - Einstellungen → Lesen: Startseite mit den neuesten Beiträgen oder einer statischen Seite.
- Einstellungen → Diskussion: Kommentare erlauben oder nicht.
Schritt 5: Ein Theme wählen
Das Theme bestimmt, wie deine Website aussieht. Gehe zu Design → Themes → Neues Theme hinzufügen, sieh dir ein paar in der Vorschau an und klicke auf Aktivieren. Starte mit einem schnellen, gut gepflegten kostenlosen Theme. Du kannst später wechseln, ohne Inhalte zu verlieren. Achte darauf, dass das Theme keine Google Fonts von externen Servern lädt – oder binde die Schriften lokal ein. Das ist in Deutschland aus Datenschutzgründen üblich geworden.
Schritt 6: Die ersten Seiten anlegen
Seiten sind für Inhalte, die sich selten ändern: Startseite, Über uns, Kontakt und Datenschutzerklärung. In Deutschland brauchen geschäftsmäßige Websites außerdem ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar ist. Gehe zu Seiten → Erstellen, gib einen Titel ein und füge über das + Blöcke hinzu – Absätze, Überschriften, Bilder, Buttons und mehr.
Schritt 7: Den ersten Beitrag schreiben
Beiträge sind datierte Artikel, die im Blog erscheinen. Gehe zu Beiträge → Erstellen, schreibe einen hilfreichen Titel, füge Zwischenüberschriften und Bilder hinzu, wähle eine Kategorie und klicke auf Veröffentlichen. Tipp: Schreibe für eine Person mit einer konkreten Frage und beantworte sie schon im ersten Absatz. Wie du daraus einen ganzen Blog machst, zeigt unsere Anleitung WordPress Blog erstellen.
Beiträge oder Seiten: Was ist der Unterschied?
| Beiträge | Seiten | |
|---|---|---|
| Zweck | Blogartikel, News, Tutorials | Dauerhafte Infos (Über uns, Kontakt, Impressum) |
| Mit Datum? | Ja | Nein |
| Kategorien und Schlagwörter | Ja | Nein |
| Im Blog-Feed | Ja | Nein |
Schritt 8: Das Menü bauen
Gehe zu Design → Menüs (bei Block-Themes in den Website-Editor), füge deine wichtigsten Seiten hinzu und speichere. Halte das Hauptmenü kurz – fünf bis sieben Punkte reichen. Impressum und Datenschutz kommen meist ins Footer-Menü.
Schritt 9: Wichtige Plugins installieren
Jedes Plugin ist zusätzlicher Code, der gepflegt werden muss. Ein guter Grundstock:
- SEO: Titel, Beschreibungen und Sitemaps verwalten.
- Sicherheit: Firewall und Login-Schutz – siehe unseren Ratgeber WordPress-Sicherheit.
- Backups: automatisch und außerhalb des Servers gespeichert.
- Caching: für mehr Tempo – siehe WordPress schneller machen.
- Formulare: für die Kontaktseite.
- Cookie-Einwilligung: Sobald du Statistik- oder Marketing-Tools einsetzt, brauchst du nach TDDDG und DSGVO in der Regel eine vorherige Einwilligung.
Schritt 10: Die Website gesund halten
- Aktualisiere WordPress, Themes und Plugins regelmäßig (vorher ein Backup machen).
- Lösche Plugins und Themes, die du nicht nutzt.
- Verwende starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Prüfe Werkzeuge → Website-Zustand auf Warnungen.
Deine erste Woche mit WordPress
Tag 1: Dashboard erkunden und Titel ändern. Tag 2: Theme wählen, Farben und Schriften anpassen. Tag 3: Startseite, Über uns, Kontakt, Impressum und Datenschutz anlegen. Tag 4: ersten Beitrag mit Überschriften, Bildern und Listen schreiben. Tag 5: SEO-, Backup- und Formular-Plugin installieren. Tag 6: Menü und Footer einrichten. Tag 7: alles auf dem Smartphone prüfen und jemanden die Seite testen lassen.
Typische Anfängerfehler
| Fehler | Besser so |
|---|---|
| Zu viele Plugins | Nur installieren, was du brauchst |
| Nie aktualisieren | Monatlich nach einem Backup aktualisieren |
| Benutzername „admin“ | Einen eindeutigen Namen wählen |
| Riesige Bilddateien | Bilder vor dem Hochladen verkleinern und komprimieren |
| Permalinks später ändern | Ab dem ersten Tag „Beitragsname“ |
| Theme-Dateien direkt bearbeiten | Ein Child-Theme verwenden |
| Impressum vergessen | Gleich zu Beginn anlegen und im Footer verlinken |
Sicherheitsgrundlagen
WordPress selbst ist sicher, aber deine Website ist nur so sicher wie ihr schwächstes Glied. Halte alles aktuell, entferne Unbenutztes und wähle einen Hoster, der seine Server-Software zügig patcht. Im Oktober 2026 haben die PHP2Shell genannten PHP-Schwachstellen gezeigt, dass manche Risiken auf dem Server liegen und nicht in WordPress – gute Hoster haben sie schnell geschlossen.
Häufige Fragen
Ist WordPress kostenlos?
Die Software ja. Bezahlen musst du Domain, Hosting und eventuell Premium-Themes oder -Plugins.
Muss ich programmieren können?
Nein. Mit Themes, Blöcken und Plugins baust du eine komplette Website.
Wie lange dauert es, WordPress zu lernen?
Die meisten Einsteiger veröffentlichen eine einfache Website an einem Tag und fühlen sich nach zwei Wochen sicher.
Eignet sich WordPress für Unternehmen und Shops?
Ja – von der Firmenwebsite bis zum großen Shop mit WooCommerce. Vergleiche die Optionen in WooCommerce vs. Shopify.
Wo gibt es offizielle Hilfe auf Deutsch?
In der WordPress-Dokumentation und in den deutschsprachigen Support-Foren auf WordPress.org.
Fazit
WordPress ist einfacher, als es aussieht: installieren, Theme wählen, Seiten und Beiträge anlegen, ein paar gute Plugins ergänzen – und Impressum und Datenschutz nicht vergessen. Wenn ein Update schiefgeht, hilft unsere Anleitung zum kritischen Fehler in WordPress.
WordPressPrime.com ist ein unabhängiger Ratgeber und steht in keiner Verbindung zur WordPress Foundation, zu WordPress.org oder zu Automattic. Erstelle vor jeder Änderung ein Backup deiner Website und prüfe die offiziellen Quellen auf aktuelle Angaben.
